Öffentliche Bekanntmachung der Jahresrechnung 2019 Strom- und Wasserversorgung


 
Gemeindewerke Hardt                                                                            
Landkreis Rottweil    
                                                                            
Öffentliche Bekanntmachung der Jahresrechnung 2019
Strom- und Wasserversorgung
 
Der Jahresabschluss der Gemeindewerke, Strom- und Wasserversorgung wurde wie folgt festgestellt:
 
Bilanzsumme                                                  3.971.616,30 Euro
Davon entfallen auf der Aktivseite auf          
            Das Anlagevermögen                         3.246.480,68 Euro
            Das Umlaufvermögen                           725.135,62 Euro
Davon entfallen auf der Passivseite auf
            Das Eigenkapital                                 1.041.296,33 Euro
            Die empfangenen Ertragszuschüsse    718.390,86 Euro
            Die Rückstellungen                                104.153,66 Euro
            Die Verbindlichkeiten                          2.107.775,45 Euro
 
Die Summe der Erträge betragen                  3.962.691,55 Euro
Die Summe der Aufwendungen betragen      3.918.051,31 Euro
 
Der Gewinn in Höhe von 44.640,24 Euro wird auf neue Rechnung vorgetragen.
 
Netz Stromversorgung
 
Vermögens-, Finanz- und Kapitalstruktur:
Das Anlagevermögen des Netzbetriebes hat sich im Jahr 2019 um rund 49.000 € erhöht, da die Neuinvestitionen (171.000 €) über den Abschreibungen (122.000 €) lagen. Im Anlagevermögen wurde für die Verkabelung des Gewerbegebietes II - Nord nochmals 72.058 € ausgegeben, hier wurde die Verlegung der Mittelspannungs- und Niederspannungskabel abgerechnet, sowie noch ein Umbau an der Trafostation Feurenmoos vorgenommen, um diese in Richtung Steinreute einschleifen zu können. Für die Verlegung von Hausanschlüssen wurden 14.128 € ausgegeben. Eine größere Baumaßnahme stellt die Verkabelung der 20-KV Leitung in Richtung Steinreute dar. Hier wurde bei einem Planansatz von 70.000 € insgesamt 84.434 € abgerechnet. So konnte die bestehende Talüberspannung vom Tischneck bis zur Steinreute nun abgebaut werden. Auf der Passivseite konnten 6.577 € an Beiträgen eingenommen werden.
 
Ertragslage - Erfolgsübersicht:
 
Einnahmen:
Mit einer Netzabnahme von 21,6 Mio kWh war das Verteilnetz mit rund 1,1 Mio kWh weniger ausgelastet als im Vorjahr. Aus diesem Grunde wurden die geplanten Erlöse nicht erreicht. Es wurden 1.212.625 € an Netzentgelt incl. Umlagen eingenommen, dies sind rund 21.000 € weniger als geplant. Die passivierten Baukostenzuschüsse werden mit 25.887 € erfolgswirksam aufgelöst.
 
 
 Durch PV-Anlagenbetreiber wurden im vergangenen Jahr 2.682.473 kWh (Vorjahr 2.627.524 kWh) produziert, hiervon sofort wieder 368.326 kWh selbst verbraucht (Vorjahr 328.070 kWh), so dass insgesamt noch 2.314.147 kWh in das Verteilnetz eingespeist worden sind. Die an PV-Anlagenbetreiber vergüteten 842.349 € werden nach Abzug der vermiedenen Netznutzung von der Transnet BW mit 836.677 € erstattet. Die Auflösung von Rückstellungen der Vorjahre beträgt 15.974 €.
 
Ausgaben:
Mit 484.286 € liegen die Netzkosten für das vorgelagerte Netz der Energiedienst rund 38.000 € unter dem Planansatz, da rund 1,1 Mio kWh weniger verbraucht und auch bezogen wurden als geplant. Die staatlichen Umlagen, wie KWK und § 19-Umlage wurden gegenüber den Planansätzen geringer durch die reduzierten Mengen abgerechnet. Für Verlustenergie mussten 16.638 € aufgewendet werden.
Die Fremdleistungen Dritter liegen mit insgesamt 44.620 € über den geplanten 35.000 €. Die Fremdleistungen Bauhof fallen mit 9.843 € gemäß Planansatz aus. Die Dienstleistung für Bilanzkreisabrechnung durch Südweststrom fordert Ausgaben in Höhe von 19.822 €. Die Abschreibungen bewegten sich in Höhe von 121.884 € etwas unter dem Planansatz.
Bei den sonstigen Betrieblichen Aufwendungen fällt die Konzessionsabgabe mit 80.437 € geringer aus als geplant, was auch auf die zurückgegangenen Abnahmemengen zurückzuführen ist. Hier kann auch angemerkt werden, dass die Entwicklung PV Eigenstrom zu verbrauchen, Auswirkungen durch zurückgehende Konzessionsabgabe für die Gemeinde haben wird. Für Rechtsberatungskosten wurden 16.207 € ausgegeben, hier wurden Beratungskosten zur Vorbereitung des Netzpachtverfahrens fällig, was auch im Jahr 2020 noch fortgeführt wird. Durch den Wechsel in der Betriebsführung des Stromnetzes wurde es notwendig, die Bestandspläne im Stromnetz bzgl. der Kabelverteiler zu ergänzen, hierdurch fielen mit 6.794 € höhere Kosten an als in den Vorjahren. Die Verzinsung des Gemeindedarlehens verursachte einen Zinsaufwand mit 37.026 €. Schließlich sind Steuern in Höhe von 11.773 € zu zahlen.
 
Die Umsatzerlöse belaufen sich auf insgesamt 2.109.864,10 €, bei Aufwendungen in Höhe von 2.023.226,60 € ergibt sich ein Gewinn im Netz in Höhe von 86.637,50 €. Geplant war ursprünglich ein Gewinn mit 62.000 €. Die Steigerung ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass für die Jahre 2019 bis 2023 die Erlösobergrenzenfeststellung durch die Regulierungsbehörde erfolgt ist. Den Gemeindewerken wurde nun auf Basis der geltend gemachten Kosten auch die Erlöse zugestanden. Bei Planerstellung war noch nicht sicher, welche Kosten hierbei anerkannt würden.
 
Vertrieb Stromversorgung
 
Vermögens-, Finanz- und Kapitalstruktur:
Die Bilanzsumme beträgt zum Jahresende 328.130 €. Es musste eine Software für die Marktkommunikation zum Preis von 2.100 erworben werden. Daneben wurde die Errichtung einer Ladesäule bei der AB-Halle durchgeführt. Für die Investitionskosten in Höhe von 12.296 € erhielten die Gemeindewerke einen Zuschuss in Höhe von 4.222 € so dass der Restbetrag in Höhe von 8.074 € dem Anlagevermögen zuging.
 
Ertragslage - Erfolgsübersicht:
 
Einnahmen:
Die mit 15,73 Mio kWh geplanten Vertriebsmengen konnten mit 14,27 Mio kWh nicht erreicht werden, somit wurden 1,46 Mio kWh weniger verkauft.  So reduzierte sich die Menge bei den Tarifkunden um rund 169.000 kWh und bei den Sonderkunden um rund 1,29 Mio kWh. Der Rückgang bei den Tarifkunden ist auf Kundenverluste zurückzuführen, was sicherlich auch auf die Tariferhöhung zum 01.01.2019 zurückzuführen ist. Mit 1.480.338 € liegen die Umsatzerlöse rd. 244.000 € unter dem Planansatz
 
Ausgaben:
Die Beschaffungskosten im Strombezug (482.368 €) sind im Planvergleich durch die Mengenreduzierungen deutlich geringer als geplant. Der Durchlaufposten EEG-Umlage mit 914.070 € fällt ebenfalls geringer aus. Die Umsatzerlöse belaufen sich auf 1.483.542,73 €, bei Aufwendungen in Höhe von 1.443.681,60 € ergibt sich ein Gewinn im Vertrieb in Höhe von 39.861,13 €. Geplant war hier ein Gewinn in Höhe von 30.000 €.
 
 Wasserversorgung
 
Vermögens-, Finanz- und Kapitalstruktur:
 
Wie auch in den Vorjahren investierte die Gemeinde rund 198.000 € mehr, als durch Abschreibungen (122.363 €) dem Aktivvermögen abging. Für die Herstellung von Hausanschlüssen wurden 9.692 € investiert.  Für die Erschließung des Gewerbegebiets II-Nord fielen noch Restkosten in Höhe von               11.142 € an. Die Mittel für die Erneuerung der Steuerung (370.000 €) wurden mit 260.007 € nicht ganz abgerufen, da die Restarbeiten im Folgejahr erledigt werden. Trotzdem wurde die Kreditaufnahme in Höhe von 300.000 € zum 31.12.2019 noch realisiert. Die Schachtabdeckungen der Tiefbrunnen 1 und 2 wurden zum Preis von 5.421 € erneuert. Des Weiteren wurden die Türen an Kalkhof-, Fleigquelle und Quellsammler zum Preis von 17.349 € erneuert. Für die Sanierung von Wasserleitungen waren           80.000 € Planansatz vorhanden, jedoch wurde nur die Teilstrecke vom Gebäude Königsfelder                 Straße 19 bis zur Köngisfelder Straße zum Preis von 14.952 € erneuert. Hier konnte auch eine 80er Rohrleitung zu neu DA 180 aufdimensioniert werden. Die Tilgung eines Darlehens erforderte Ausgaben in Höhe von 20.000 €. Auf der Einnahmenseite wurden als Kostenersatz für Hausanschüsse 9.863 € vereinnahmt. Die Wasserversorgungsbeiträge fallen mit 36.973 € etwas geringer aus als geplant. Wie bereits erwähnt wurde ein Kredit in Höhe von 300.000 € aufgenommen. Die Bilanzsumme beläuft sich auf 1.999.271 €
 
Ertragslage - Erfolgsübersicht:
 
Einnahmen:
Im Jahr 2019 wurden 119.432 m³ Wasser verkauft (Vorjahr: 127.418 m³). Im Vorjahr war in der Menge ein Schadensfall mit enthalten. Die Erlöse liegen mit 358.281 genau am Planansatz. Der abgerechnete Verbrauchspreis betrug netto 2,25 €/m³ Wasser, die Grundgebühr 9,00 €/Monat.
Aus Quellen und Tiefbrunnen wurden insgesamt 125.226 m³ Wasser gefördert, wofür 12.523 € an Wasserentnahmegelt gezahlt werden musste.  Der Anteil des aus Tiefbrunnen geförderten Wassers hat sich auf Grund der Trockenheit erhöht, da die Quellschüttung in den Sommermonaten zurückgegangen ist. Der Wasserverlust im Leitungsnetz (incl. ungemessene Verbräuche) ist mit 5.794m³ im Vergleich zum Vorjahr sehr gut (2018: 15.807³ 2017: 11.301m³ 2016: 4.506m³, 2015: 9.148 m³, 2014: 9.202 m³). 
Die Auflösung von Investitions- und Ertragszuschüssen liegt mit insgesamt 29.568 € rund 5.000 € unter dem Planansatz.
 
Ausgaben:
Bei den Ausgaben liegen die Fremdleistungen Dritter mit 31.479 € im Bereich des Planansatzes. Der Planansatz für Fremdleistungen Gemeindebauhof incl. Bereitschaftsvergütung wurde um rund                 14.000 € unterschritten. Der Anstieg der Abschreibungen fällt mit 122.363 € wegen fehlender Fertigstellung der Neuinvestitionen nicht so hoch aus, wie ursprünglich geplant. Die Kosten des Betriebsstroms liegen bei 26.349 € und sind um 3.000 € angestiegen. Hier schlägt sich der zunehmende Förderbedarf aus Tiefbrunnen nieder, da die Stromkosten pro m³ gefördertem Wasser hier höher liegen. Die Konzessionsabgabe konnte in Höhe von 35.828 € erwirtschaftet werden, die Gewinnsituation ließ es sogar zu, dass auch die KA der Vorjahre für 2018 mit 35.358 € sowie für 2016 mit 25.371 € nachgeholt werden konnte. Die Zinszahlungen für Fremddarlehen beliefen sich auf 1.034 €, da das neue Darlehen erst zum Jahresende aufgenommen wurde ist dies weniger als geplant. An die Gemeinde wurden Zinsen in Höhe von 54.389 € abgeführt.
Die Umsatzerlöse belaufen sich auf insgesamt 396.031,91 €, bei Aufwendungen in Höhe von 477.890,30 € ergibt sich ein Verlust bei der Wasserversorgung in Höhe von 81.858,39 €.  Bei Planstellung hatte man einen Verlust in Höhe von 47.000 € erwartet. Durch den guten Abschluss in der Stromversorgung war es möglich, auch rückwirkend für 2 weitere Jahre die Konzessionsabgabe an die Gemeinde abzuführen, wodurch der höhere Verlust in der Sparte Wasser entsteht. Insgesamt konnte ein Gesamtgewinn bei den Gemeindewerken in Höhe von 44.640 € erwirtschaftet werden, geplant war ein Gewinn in Höhe von 45.000 €.
 
Eigenkapital:
Der Eigenbetrieb verfügt über ein Stammkapital in Höhe von 500.000 €, sowie eine Rücklage von 195.000 €. Der Gewinnvortrag aus Vorjahren beträgt 301.656 €, hinzu kommt der im Jahr 2019 entstandene Gewinn in Höhe von 44.640 €.

Darlehen:
Der Eigenbetrieb hatte zum 01.01.2019 Fremddarlehen in Höhe von 140.000 €. Es wurden Tilgungen in Höhe von 20.000 € geleistet. Am 30.12.2019 wurde ein weiterer Kredit in Höhe von 300.000 € zur Finanzierung der neuen Steuerung in der Wasserversorgung aufgenommen, so dass sich der Stand der Fremddarlehen zum Jahresende auf 420.000 € beläuft. Die Zinsausgaben für Fremddarlehen belaufen sich auf insgesamt 1.033 €.
Daneben gewährt die Gemeinde dem Eigenbetrieb verzinsliche innere Darlehen zum 01.01.2019 in Höhe von 1.699.166 € (Wasser 571.196 + Stromnetz 1.127.970 +Stromvertrieb 0). Der Zins in Höhe von 84.958 € wird an die Gemeinde abgeführt.
 
Hardt, den 19.11.2020                                                                              gez. Moosmann, Bürgermeister